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Deutschland kennt kein systematisches, erst recht kein wissenschaftliches Rezensionswesen für automobilhistorische Literatur. Kein Wunder, denn Deutschland kennt keine an seinen Universitäten etablierte automobilhistorische Forschung. Automobilgeschichte spielt sich hierzulande in einer unklaren, kaum definierten Grauzone ab, die keine festgelegten, erst recht keine wissenschaftlichen Standards kennt.

Die großen Hersteller haben selbstverständlich ein Auge auf ihre eigene Unternehmensgeschichte, aber auch nur auf sie und dies nur in einem unkritischen, marketingorientierten Sinn. Ähnlich ist die Rolle der wenigen, spezialisierten Verlage der Motorpresse zu beschreiben.

Mein Buch über den AGA-Wagen hat ein insgesamt positives Echo gefunden, vor allem in Tageszeitungen. Die einzelnen Reaktionen will ich vorstellen und kommentieren.

Am 11. September 2011, dem Sonntag vorm Erscheinen des Buchs, präsentierte Stefan Anker Buch und Autor in einem langen, mit Fotos versehenen Artikel im Autoteil der „Berliner Morgenpost“.  Eine informative Beschreibung des Buches und der Motive und Erfahrungen des Autors im Verlauf der Recherchen, die mit der Beschreibung der Mitfahrt im AGA von Erich Vietze bei der Oldtimer-Rallye in Mecklenburg endet: „Bei diesem Mitfahrerlebnis hat es Kai-Uwe Merz belassen. ‚Ich traue mich nicht, selbst mit so einem Auto zu fahren.‘“

Der Autor selber hat unter der Überschrift „Ausgerechnet AGA“ seine Beweggründe und sein Buchprojekt kurz vor Erscheinen im „Clubmagazin“ des „Deutschen Automobil-Veteranen-Clubs e.V.“ in Heft 3 2011 präsentieren dürfen. „Mich hat dieses Projekt mit vielen sehr liebenswürdigen Menschen zusammengebracht. Ihnen allen will ich ausdrücklich ‚danke‘ sagen."

Ein inhaltlich ähnlich angelegter Artikel, der pointiert auf die schwedische Leserschaft und auf die berlinisch-schwedischen Aspekte eingeht, erschien unter dem Titel „AGA-bilen i Berlin“ in schwedischer Sprache in der Zeitschrift „Företagsminnen. Magasinet om Näringslivets Historia“ (No 5, 2011, S. 26-27). Sie wird herausgegeben vom Centrum för Näringslivshistoria in Bromma bei Stockholm. Dieses kommerzielle Archiv betreut den dokumentarischen Nachlass des schwedischen AGA-Konzerns. Als Illustration verwendete die Zeitschrift ein Foto von 1924, das den ersten, mir bekannten Einblick in die Herstellung des Wagens in Lichtenberg ermöglicht. Das Foto zeigt die Montage von AGA-Wagen, offenbar mit Voss-Aufbauten. 20 Arbeiter sind an 14 Fahrzeugen beschäftigt.

„Motorgeheul und Rizinusduft“ steht über dem Artikel des „Tagesspiegel“ vom 24. September 2011 über 90 Jahre Avus. Schade, dass der „Tagesspiegel“-Autor Andreas Conrad am Ende seines Artikels als Nachklappinformation nur neun Zeilen für das AGA-Buch übrig hatte. Lapidar steht da: „Es ist die erste Monografie zu der Automobilfabrik AGA, die von 1919 bis 1929 in Lichtenberg produzierte. Auch beim Avus-Rennen war AGA dabei.“

„Eine Legende auf Rädern“ überschrieben die „Lübecker Nachrichten“ am 9./10. Oktober 2011 eine hervorragend gelungene, den menschlichen Faktor mit einbeziehende ganzseitige Reportage über den Lübecker AGA und seinen Eigner Falk Gottwald. Zum Buch schreibt Marcus Stöcklin: „Das alles steht in der ‚Aga-Bibel‘ des Berliners Kai-Uwe Merz (51), die dieses Jahr erschienen und mit dem Buchpreis der ADAC-Motorwelt ausgezeichnet worden ist.“

Am 15. Oktober 2011 meldete die „Berliner Morgenpost“, dass mein Buch vom ADAC ausgezeichnet worden war („ADAC vergibt Autobuchpreis an Berliner Autor“). In der Meldung steht: „Die Jury schreibt über ‚Der AGA-Wagen‘: ‚Dieses Buch ist Eckstein der vergessenen großen Geschichte Berlins als Autostadt.‘“

„Eine faszinierende Auto-Biografie“ hat der Chefredakteur des „Reutlinger General-Anzeigers“, Christoph Irion, seine mit einem über fast die gesamte Seitenbreite gezogenen Foto der AGA-Wagen beim Start zum ersten Avus-Rennen aufgemachte Buchbesprechung vom 12. November 2011. Irions Fazit: „Und so ist die 240-seitige Automobil-Story aus Berlin nicht nur eine präzise und detailliert rekonstruierte Beschreibung des AGA-Autos und seiner Historie. Sondern das Buch liest sich zugleich wie eine Liebeserklärung an das Berlin der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts: In plastischen, lebensnahen, atmenden Schilderungen wird das turbulente, quirlige, aufregende Metropolenleben zwischen Kudamm und Friedrichstraße, zwischen Hinterhof, Ölgeruch und Wannsee-Villenpracht, zwischen Zille-Milljöh und Varieté-Glamour sichtbar, hörbar, riechbar: So eine Auto-Geschichte ist vermutlich noch nie geschrieben worden.“ Mit Blick auf die Auszeichnung des Buchs durch die ADAC-Motorwelt zitiert Irion aus der Begründung der Jury: „Dem Autoren sei es durch seine »aufwändigen Recherchen« in vorbildlicher Weise gelungen, »die Geschichte einer wichtigen Automarke vor dem endgültigen Vergessen« zu bewahren.“

Ärgerlich ist die knappe Besprechung des großen alten Mannes der deutschen Automobilgeschichtsschreibung, des Ehrenpräsidenten des Maybach-Clubs, Michael Graf Wolff Metternich. Seine zehn Zeilen druckte Europas größte Oldtimer-Zeitschrift „Oldtimer-Markt“ im Heft 11 vom November 2011. Dem Rezensenten ist natürlich zu danken, dass er die Besprechung überhaupt verfasst und mutmaßlich auch platziert hat. Ärgerlich ist jedoch zunächst, dass der „Kai-Uwe“ meines Vornamens zweifach zu einem „Karl-Uwe“ geworden ist. Boshaft ist die kurze Überschrift „Berliner Mär“, mit der sich die Redaktion auf Metternichs Bemerkung bezieht, es handele sich um eine „umfassende, reich bebilderte, aber auch ein wenig ausufernde Firmengeschichte“. Immerhin reicht es in der Wertung noch für vier von fünf Lenkrädern. Aber ärgerlich bleibt Metternichs Hinweis zur Sache, wonach eine der Ursachen des Scheiterns der AGA-Werke als Autoproduzent im „zu sehr auf den Berliner Raum beschränkten Absatz“ zu suchen sei. Dafür nennt der Rezensent (ja, wie soll er auch auf dem schmalen Raum? aber dann lässt man es eben!) allerdings keinerlei Beleg. Seiner Behauptung steht allerdings der Befund im Buch entgegen: AGA hatte ein reichsweites Vertriebsnetz, AGA führte in der Werbung Stimmen von AGA-Fahrern am allerwenigsten aus Berlin auf, die wenigsten überlieferten zeitgenössischen Fotos von AGA-Wagen stammen aus Berlin.

Die „ADAC-Motorwelt“ berichtete im Heft 12 vom Dezember 2011 über „Autobücher, die bewegen“. In der Liste der mit dem Motorbuch-Preis der Zeitschrift ausgezeichneten Bücher ist auch das Buch über den AGA-Wagen aufgeführt, der Autor ist leider entgegen der journalistischen Grundregel „Hauptsache, die Namen stimmen“ falsch als „März“ buchstabiert.

Zum Echo auf das Buch gehört auch, dass das in Berlin tätige schwedische Energieunternehmen Vattenfall in seiner Kundenzeitschrift „Energie live“ drei Exemplare des Buchs über ein von einem schwedischen Unternehmen in Berlin gebautes Auto als Weihnachtsgewinn für die Leserinnen und Leser ausgesetzt hat.

Norbert Koch-Klaucke präsentierte den AGA-Wagen und zum Schluss auch das Buch auf einer reich bebilderten Doppelseite im „Berliner Kurier“ vom 7. Januar 2012 unter der Überschrift „Das Wunder-Auto aus Lichtenberg“. Die in erster Linie für Leserinnen und Leser im östlichen Teil Berlins schreibende Zeitung knüpft daran an, dass das AGA-Werk im Stadtbezirk Lichtenberg bis heute steht. Koch-Klaucke: „Damit das Meisterwerk Berliner Autobau-Kunst nicht in Vergessenheit gerät, schrieb der einstige KURIER-Redakteur Kai-Uwe Merz die Geschichte vom Auto aus Lichtenberg.“

„Eine Automobil-Reise mit Großvätern“. So hat Klaus Joachim Herrmann seine lange, mit einem Foto versehene Besprechung in „Neues Deutschland“ vom 3. Januar 2012 betitelt. Herrmann unterstreicht die Berechtigung des familiären Zugangs zum Thema, indem er am Rande auch auf seine eigene, auch politische Auseinandersetzung mit dem Großvater eingeht. „Für mich bleiben Autos im Grundsatz Fortbewegungsmittel“, schreibt der Rezensent: „Der AGA ist mehr. Er transportiert Geschichten und Geschichten.“ Auch Hermann erfasst also die Erzählweise des Buches und würdigt sie positiv. Mit Blick auf den Autor des Vorworts, den Münchner Historiker Michael Wolffsohn, merkt Herrmann in seinem Artikel in der der Partei „Die Linke“ nahestehenden Zeitung an: „Merz und Wolffsohn sind beide Historiker und Publizisten, sind landläufig sortiert in das konservative Fach. Also Finger weg? Warum denn, wenn man lernen kann. Dies nicht zuletzt Dank einer anderen und auch inneren Sicht auf die Dinge, Personen, Prozesse und wiederum deren Zusammenhänge.“ Insgesamt eine sachliche, ausgewogene Besprechung, die dem Buch mehr als gerecht wird.

Die Höchstwertung (vier Räder) bekam das Buch am Ende der 23 Zeilen langen Vorstellung in „Classic. Das österreichische Magazin für Technik-Geschichte“ im Februar-Heft 2012. Da heißt es: „Der Autor entreißt mit diesem 240 Seiten starken Buch AGA dem Vergessen, und wie er das macht!“ Der Rezensent hat erkannt, dass das AGA-Buch auf mehreren Ebenen erzählt, und er bewertet dies durchaus positiv. Gern liest der Verfasser auch das „Classic“-Fazit: „Wenn wir uns was wünschen dürfen – mehr Bücher dieser Art!“